Frauen und Männer – in keiner Branche wird ein Beruf heutzutage ausnahmslos nur noch durch Mitarbeiter ausgeübt, die nur einem Geschlecht angehören. Insbesondere die Tatsache, dass wir eine Bundeskanzlerin haben, zeugt davon, dass Frauen mit der entsprechenden Kompetenz (und zuweilen auch mit einer günstigen Schicksalsfügung) jede mögliche Führungsposition erreichen können. So gibt es Sekretärinnen und Sekretäre, Lehrerinnen und Lehrer, Polizistinnen und Polizisten – auch in Wissenschaft, Forschung und Lehre sind beide Geschlechter vertreten. Das heißt nicht, dass die zahlenmäßige Verteilung immer hälftig ist – angemerkt sei hier lediglich, dass in der Gegenwart kein Beruf wirklich Frauen ausschließt. In diesem Text nun wird keine erschöpfende statistische Spiegelung der Berufsverteilung gegeben – lediglich grundsätzliche Sachverhalte sollen angedeutet werden.
Allein der Körperbau markiert Grenzen
Sicherlich sind Tätigkeiten eines Möbelpackers, Müllwerkers oder eines Kfz-Mechatronikers bei Frauen nicht grundsätzlich favorisiert – dies hängt jedoch auch mit dem Körperbau, der gesundheitlichen Belastbarkeit und Ähnlichem zusammen. Hingegen gibt es durchaus Lkw- und Taxifahrerinnen, ebenso wie Ingenieurinnen und Mathematikerinnen. Festzustellen ist, dass aufgrund völlig anderer gesellschaftlicher Verhältnisse in den 1950er und 1960er Jahren die Idee “typischer” Männer- bzw. Frauenberufe konstruiert (und auch umgesetzt) wurde. Frauen arbeiteten idealerweise seinerzeit überhaupt nicht, sondern waren für die häuslichen bzw. familiären Tätigkeiten zuständig und leisteten allenfalls Bürotätigkeiten. Hingegen waren Schauspielerinnen (in Vollzeittätigkeit) zu jeder Zeit bereits gesellschaftlich anerkannt – generell wurden Tätigkeiten in den bildenden und gestaltenden Künsten sowohl von Männern als auch von Frauen ergriffen. Doch im Deutschland der Gegenwart, mit Teilzeitoptionen, mit Erziehungsgeld- und Erziehungsjahren (auch Familienministerinnen können etwa eine “Babypause” einlegen) ist ein Diskurs über die Verschiedenheit der Geschlechter und besonderen, ihnen jeweils zugeordneten Berufsrängen und -gruppen in keiner Weise dringend. Jeder Frau wird es ermöglicht, auch Physik, Chemie, Informatik, Architektur (als Beispiele für ehemals stereotypisch so konstruierte “Männerdomänen” genannt) und Ähnliches zu studieren und darin ebenso zu promovieren wie zu habilitieren – jeder Frau wird es ebenso wie Männern ermöglicht, ein Geschäft bzw. Unternehmen zu gründen und dieses völlig gleichberechtigt mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu führen. Ein weiteres: Online-Tätigkeiten sind mehr gefragt denn je – mit steigender Tendenz. Hierbei spielt ebenfalls das Geschlecht des (freien) Mitarbeiters, der Führungskraft, des Teamleiters, des Beraters o. ä. keine Rolle. Allein Theoriewissen, Sach- und Handlungskompetenz und Interaktionsfähigkeiten sind hier entscheidende Grundvoraussetzungen.
Die Schulzeit – eine wichtige Basis für spätere Berufserwägungen
Es hat sich herausgestellt, dass Schülerinnen, die in den entscheidenden Entwicklungsjahren ihrer Jugend und Pubertät nicht dem sozialen Druck einer verschiedengeschlechtlichen Gruppendynamik ausgesetzt sind, beachtenswerte mathematische und organisatorische Kompetenzen entwickeln. Ebenso lassen Männer wie Frauen, die ihre Schulzeit auf Institutionen, die nach der Methode von Maria Montessori unterrichten, verbrachten, keine stereotypischen Sichtweisen zu. Stets wurde und wird dort gelehrt, die persönlichen Fähigkeiten des Einzelnen zu betonen. Eine Identität des Weiblichen oder des Männlichen im Einzelfall zu erkennen und herauszubilden, heißt nicht, sich den Erwartungen oder Gedankenkonstruktionen anderer (“der Gesellschaft”, “dem Wirtschaftswesen” o. ä.) ungefragt anzupassen, sondern den eigenen, individuellen Weg zu gehen – unerheblich, ob dieser von einer Geschlechtsgenossin oder einem Geschlechtsgenossen bereits im Voraus beschritten wurde.
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3. Juli 2011
Gesellschaft